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Gott sei Dank (oder an wen man glaubt) hat Spanien den deutschen Fußball-Schauspielern, die ja auch nur ihre Rolle spielen, den Weg ins WM-Finale verbaut. Das nervige Getröte hört auf, keine wild bemalten und sonderlich gekleideten Menschen in Schwarz-Rot-Gold hasten oder torkeln gen „Public Viewing“, keine „Schlaaand“-Rufe mehr. Und auch der Straßenverkehr wird wieder ansehnlich, weil die „alle zwei oder gar nur alle vier Jahre-Fußball-Gucker“ endlich diese Fahnen vom Auto nehmen.
Auf was will man eigentlich auch stolz sein?
Auf ein Land, welches sich mit schöner Regelmäßigkeit der Brot-und-Spiele-Mentalität bedient und solche Großereignisse zum Anlass nimmt, um Blödsinnigkeiten durchzudrücken, in der Hoffnung, niemand bemerkt es im allgemeinen Freudentaumel?
Da kann man ja schon froh sein, dass die deutschen Kicker nicht Weltmeister geworden sind. Was wäre da noch alles passiert? Mehrwertsteuererhöhung, Zusammenstreichung von Hartz IV, Arbeitspflicht für Arbeitslose etc.?
Es ist also wieder Zeit, aufzuwachen.
Zurück aus Gemeinschaftsgefühl und „Wir sind wieder wer“-Stimmung, bestimmt der harte Alltag von nun an die Stimmung. Man kann endlich wieder auf Staat und Regierung schimpfen, sich über versklavende Maßnahmen echauffieren, sein Hartz IV zusätzlich zum Lohn beantragen und grundsätzlich alles Scheiße finden, weil man bemerkt, dass hier grundsätzlich was nicht stimmt.
Spätestens bis in zwei Jahren.
Dann ist EM und die schwarz-rot-goldenen Kicker (vielleicht) wieder mit dabei. Ebenso die Fahnen an den Autos und das „Schlaaand“-Gefühl.
Wenn es bis dahin noch etwas zu bejubeln gibt…
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